Ferienwaldheim 2020 :(

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Liebe Waldheimkinder, liebe Eltern, liebe Freunde des Ferienwaldheims.
In den vergangenen Wochen haben wir uns viele Tage zusammengesetzt und versucht, Waldheim in diesem Jahr irgendwie möglich zu machen. Durch viele verschiedene Verordnungen der Landesregierung mussten unsere Konzepte immer wieder verändert werden. Die neuesten geänderten Regeln bekamen wir erst Ende letzter Woche und die OT‘s haben erneut das ganze Wochenende an einer Lösung gebastelt.

Zwei kleine Freizeiten mit je 80 Kindern wären unter Einschränkungen und Vorgaben möglich gewesen, doch über allem steht die Fürsorgepflicht, die wir als Veranstalter allen Teilnehmern  gegenüber haben. So hat sich am Ende der Waldheim-Ausschuss der Kirchengemeinde einstimmig gegen die Freizeitmaßnahme entschieden.

Wir machen dieses Jahr kein Waldheim und haben dabei einen ganz dicken Kloß im Hals!

Wir OTs sind unheimlich traurig, doch müssen wir diese Entscheidung respektieren.
Waldheim, das sind bei uns zweimal bis zu 300 Kinder mit 45 Betreuern in 20 Gruppen.
Waldheim, das ist ganz viel Nähe und Miteinander.
Waldheim ist eng und laut und mit viel Bewegung und Spaß.
Waldheim ist Toben, aber auch Kuscheln und in den Arm nehmen.
All das können wir in diesem Sommer nicht unbeschwert machen.

Wir müssten insgesamt 400 Kindern absagen. Nur 80 Kinder könnten pro Freizeit teilnehmen. Wie sollten wir das machen, wo doch alle so nötig eine Auszeit, eine Abwechslung, eine Entlastung brauchen? Jede Methode, die wir bei der Auswahl anwenden, wäre ungerecht.

Wir müssten alle unsere Kontakte während der Freizeit einschränken, auch die Familien. Und doch geht jeder abends und am Wochenende nach Hause und wir wissen nicht, was dort passiert. Kinder müssten bei Fieber, Husten oder Halsweh sofort zum Arzt. Wenn dieser einen Corona-Test macht, wären wir gezwungen, das Waldheim zu schließen, bis die Testergebnisse da sind.

Wir sehen bei den Öffnungen der Schulen und Kitas, dass Infektionen auftreten, Klassen oder ganze Schulen wieder geschlossen werden müssen, obwohl dort Abstandsregeln viel besser eingehalten werden können. Das, was übrigbleibt, hat nichts mehr mit unserem Waldheim zu tun und wir haben trotzdem das Risiko, zu einem Corona-Hotspot zu werden.

Diese Erfahrung wollen wir nicht machen, sagen deshalb ganz schweren Herzens ab und hoffen auf ein sorgenfreies, gewohntes Ferienwaldheim 2021.

Es grüßt sie mit einer Träne im Auge
Guido Dieringer und sein Team